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Kinder


Mich und Milchprodukte sind wichtig für die Versorgung mit Kalzium und Vitamin D. Foto: imagesource (is)

Richtige Ernährung für gesunde Kinderzähne - Strategien für einen vernünftigen Umgang mit Süßem

Mit der ersten Kerze auf dem Geburtstagstisch endet das Babyalter: Die Kinderzeit beginnt. Die ersten Zähnchen strahlen unversehrt aus dem Mund – und das soll so bleiben. Dazu bedarf es neben der sorgfältigen Pflege auch der richtigen Ernährung für die empfindlichen Kinderzähne.

Babybreie und gesondertes Essen sind nun nicht mehr nötig. Manche Speisen müssen zunächst jedoch noch mit der Gabel klein gedrückt werden. Und bei schwer verdaulichen oder harten Lebensmitteln, zum Beispiel Hülsenfrüchte, Frittiertem oder harten Brotkrusten ist noch ein bis zwei Jahre Zurückhaltung gefragt. Ansonsten kann und soll das kleine Kind mit einem Jahr an den Familienmahlzeiten teilnehmen und feste Nahrung zu sich nehmen. Denn Kauen und Beißen sind für die Entwicklung des Kiefers und des Zahnhalteapparats wichtig. Jahrelanges Füttern von Babygläschen oder -breien kann hingegen zu Fehlentwicklungen und Fehlstellungen führen.

Die Schmelzbildung für die Kronen der bleibenden Zähne beginnt bereits im Kleinkindalter. In dieser Zeit ist die Versorgung der Kinder mit Kalzium, Phosphor und Vitamin D besonders wichtig. Diese Nährstoffe sind ausschlaggebend für die optimale Bildung und Strukturierung des Zahnschmelzes. Eine vollwertige Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, Milch, Fleisch, Fisch und ein bis zwei Eiern in der Woche liefert dem Kind alle notwendigen Nährstoffe. Dabei kommt den Milch- und Milchprodukten für die Kalziumversorgung eine besondere Rolle zu, wie auch – gemeinsam mit Fisch – für die Versorgung mit Vitamin D. Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren sollten zum Beispiel 200 ml Milch am Tag trinken und einen Naturjoghurt oder eine Scheibe Käse essen.

Eine reichliche Versorgung mit Getränken gehört zur gesunden Ernährung selbstverständlich dazu. Kinder bis zehn Jahre benötigen etwa einen Liter Flüssigkeit täglich, plus „Zulagen“ bei Sport oder Hitze. Als Durstlöscher ist klares, kohlensäurefreies Mineralwasser am besten geeignet. Säurehaltige Getränke wie Früchtetees oder Fruchtsaftschorlen sollten nicht zu häufig und möglichst nur zu den Hauptmahlzeiten konsumiert werden. Getränke, die Zucker und Säuren aufweisen, sind generell nicht empfehlenswert und sollten nur gelegentlich getrunken werden. Zu dieser Gruppe zählen Colagetränke, Limonaden, Eistee sowie alle weiteren Erfrischungsgetränke. Coffeinhaltige Getränke sollten nur von älteren Kindern konsumiert werden.

Kinder und Süßes – ein in vielen Familien schwieriges Thema. Denn die meisten Kinder haben eine große Vorliebe für Süßigkeiten. Doch das heutige Überangebot an Naschwaren und süßen Getränken ist eine große Gefahr für die noch empfindlichen Milchzähne der Kinder. Insbesondere das Trinken aus Nuckelflaschen oder so genannten Rennfahrerflaschen stellt eine große Gefahr für die Zähne dar, da die Flüssigkeit nur sehr langsam an den Zähnen vorbei „rieselt“.

Welche Strategien gibt es also für gestresste Eltern? Strenge Verbote helfen nicht weiter. Wie bei anderen im Übermaß schädlichen Dingen sollte das Kind einen maßvollen Umgang damit lernen – und auch vorgelebt bekommen. Besonders wichtig sind natürlich die tägliche gründliche Zahnpflege und eine regelmäßige Anwendung von Fluorid.

Tipps und Tricks beim Umgang mit Süßem:
• Keinesfalls sollten Sie während der Zeit der Flaschenernährung süße oder säurehaltige Getränke geben. Dies befördert neben den schädlichen Auswirkungen für die Milchzähne bereits den Drang der Kinder nach Süßigkeiten im weiteren Leben.
• Vermeiden Sie „Hungerlöcher“. Kinder benötigen drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten. Ist diese Versorgung nicht gewährleistet, entsteht schnell Heißhunger – und mit ihm die Lust auf Süßigkeiten.
• Zwischen den Mahlzeiten sollten allerdings deutliche Pausen liegen – dauernde Snacks „zwi-schendurch“, besonders süße, rauben den Zähnen die Möglichkeit, sich wieder zu regenerieren.
• Kinder mögen gerne „Finger-Food“ – Kleinigkeiten, die unkompliziert gegessen werden kön-nen. Deshalb kommt frisches Obst in mundgerechten Stücken am besten an. Auch Gemüsesticks, beispielsweise mit Gurken, Paprika oder Karotten und einem Quark zum Dippen sind prima Alternativen zu Schleckereien.
• Süße, vollwertige Hauptgerichte helfen, das Bedürfnis nach Süßem sinnvoll zu stillen. Gegen Pfannkuchen, Dampfnudeln oder Reisbrei spricht nichts, wenn sie mit Vollkornprodukten zubereitet und mit frischem Obst oder Salat serviert werden.
• Auch regelmäßige „Nachtisch-Tage“ in der Woche vermitteln Kindern das Gefühl, dass Süßes auch seinen Platz haben darf – und sie nicht danach „gieren“ müssen. Besonders empfehlenswert sind Obstsalate, Quark- und Joghurtspeisen.
• Süßigkeiten, Kuchen, Desserts und andere zuckrige Angelegenheiten sollten zu den Haupt-mahlzeiten gegessen werden. Danach Zähneputzen nicht vergessen!
• Bewahren Sie Süßigkeiten für den Nachwuchs unsichtbar und nicht zugänglich auf. So können Sie das häusliche Naschverhalten besser kontrollieren.
• Bitten Sie auch Bekannte und Verwandte, den Sprösslingen keine Naschwaren mehr zuzustecken, und klären Sie sie über zahngesunde Ernährung auf.
• Wählen Sie beim Einkauf Süßwaren mit dem „Zahnmännchensymbol“. Sie enthalten zahnfreundliche, kalorienarme Zuckerersatzstoffe.

Kindgerechte Zahnpflege
Ab dem ersten Milchzahn sollten die Zähne einmal und ab dem zweiten Lebensjahr zweimal täg-lich mit einer fluoridhaltigen Kinderzahnpaste geputzt werden. Bei Kleinkindern sollten die Eltern das Zähneputzen anleiten und kontrollieren sowie bis zum Schulalter die Zähne ihres Kindes nachputzen. Dazu erhalten Sie Tipps von Ihrem Zahnarzt.

Frühzeitige und ab dem 2. Lebensjahr halbjährliche Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt helfen, die gesunden Zähne des Kindes durch Information und Anleitung zur altersgerechten Zahn- und Mundhygiene zu erhalten und gegebenenfalls Zahnfehlstellungen früh zu erkennen.

Weitere Informationen finden Sie auf www.rundum-zahngesund.de , der Homepage der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e.V.

 
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