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 Mundgeruch: Mit Joghurt die Wurzel des üblen Duftes packen

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Häufige Ursachen für Mundgeruch sind Zahn- oder Magenerkrankungen. Eine regelmäßige Prophylaxe und professionelle Zahnreinigung können dem Vorbeugen. Foto: DGK |
(dgk) Die Taschen voller Pfefferminzbonbons und Kaugummi sowie reichlich Erfah-rung mit Mundwässern, daran erkennen wir sie, die Menschen mit Mundgeruch. Doch nichts hilft dauerhaft. Alle Kampfansagen an den schlechten Atem sind nur für kurze Zeit wirksam und belasten die Betroffenen oft nicht unerheblich. Japanische Forscher glauben nun aber des Rätsels Lösung für alle Kakostomie-Geplagten ge-funden zu haben: Ungesüßter Naturjoghurt ist bei täglichem Konsum vermutlich ein wirksames Mittel gegen Mundgeruch.
Und das funktioniert so: Die im Naturjoghurt enthaltenen Milchsäurebakterien hem-men das Wachstum von Keimen im Mundraum und Rachen, die übel riechende Schwefelverbindungen, den Mundgeruch, freisetzen. Die Produktion der schwefelhal-tigen Gase erfolgt durch einen Abbau von Nahrungsresten unter Ausschluss von Sauerstoff, wie die japanischen Forscher von der Tsurumi Universität in Yokohama herausgefunden haben.
In ihrer Studie ließen sie 24 Freiwillige täglich 90 Gramm Naturjoghurt essen. Nach sechs Wochen atmeten 80 Prozent der Probanden deutlich weniger Gase aus. Die Anzahl der unangenehmen Bakterien hatte sich deutlich verringert, so die Wissen-schaftler. Doch nicht nur der schlechte Atem war verschwunden, so die Mundge-ruchexperten. Auch die Zahngesundheit soll sich verbessert haben. Der Speichel wurde durch den Joghurtverzehr neutralisiert.
Joghurterzeugnisse sind ursprünglich Sauermilchprodukte aus dem osteuropäischen Raum (Bulgarien). Die Joghurtbereitung erfolgt heute aber mit anderen Säuerungs-kulturen als die Herstellung von Sauermilch. Damit Joghurt eine stichfeste Konsis-tenz erhält, kann die Milch um 20 Prozent eingedickt werden. Die Standardjoghurt-sorten unterscheiden sich hinsichtlich des Fettgehaltes: Es wird unterschieden in Magermilchjoghurt mit mindestens 0,3 Prozent Fett, fettarmen Joghurt (1,5 bis 1,8 Prozent Fett), Joghurt (3,5 Prozent Fett) und Sahnejoghurt (mindestens 10 Prozent Fett). Bei „Joghurt mild“ werden Milchsäurebakterienkulturen verwendet, die weniger stark nachsäuern, so dass der Joghurt milder schmeckt.
Zur Behandlung des Mundgeruchs sind prinzipiell alle Joghurtsorten geeignet. Sie sollten grundsätzlich aber ohne Fruchtzubereitung verzehrt werden. Die Fruchtzube-reitung ist meist stark gesüßt, deshalb weniger zahnfreundlich und fördert zu dem das Wachstum der unerwünschten Bakterien. Außerdem sollen die „Mundgeruch-Therapie-Joghurts“ lebende Joghurtkulturen enthalten. Joghurts, die keine lebenden Kulturen mehr enthalten, sind durch den Wortzusatz „wärmebehandelt“ auf der Ver-packung deklariert. Diese Produkte sind auch ohne Kühlung vier bis sechs Wochen haltbar und werden deshalb meist außerhalb der Kühlregale angeboten.
Wer jetzt meint, den Mundgeruch allein durch Joghurtgenuss beseitigen zu können, hat sich jedoch zu früh gefreut. Häufige Ursachen für Mundgeruch sind unter ande-rem auch parodontale Erkrankungen oder Magenerkrankungen, die vom Arzt behan-delt werden müssen. Außerdem sollten Betroffene auf eine sorgfältige Zahn- und Mundhygiene achten und regelmäßig Nahrungsreste aus Zahnzwischenräumen, Ni-schen oder Zahnfleischtaschen entfernen. Eine professionelle Zahnreinigung schafft hier Linderung.
Autorin: Inge Kokot
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