
| Wie Zahnärzte verfärbte Zähne bleichen und wann man es selbst tun kann |
| Zähne bringen Höchstleistung für Gaumenfreuden |
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 Zahnbehandlung ohne Bohren Karies
 Karies entsteht durch Bakterien. Sie produzieren Säuren und lösen die Zahnsubstanz langsam auf. Der Zahnarzt entfernt die Teile des Zahns, die von Kariesbakterien befallen sind mit dem Bohrer. Schmerzen beim Bohren entstehen durch den Druck, die rotierende Bewegung und die Hitze des Bohrers. Nicht nur wegen der Schmerzen suchen Zahnmediziner nach Alternativen zum Bohrer: Während der Bohrer viel Zahmaterial entfernt, sollen so genannte minimalinvasive Techniken möglichst viel Zahnsubstanz erhalten. In der Forschung gibt es dazu viele Ideen, in den Praxen angeboten werden bisher meist drei alternative Methoden:
Pulverstrahlgeräte
Aus einem Handgriff schießt ein Strahl aus Aluminiumoxidpartikeln, damit werden kariöse Stellen aus dem Zahn weggeschliffen. 4.300.000 Partikel pro Sekunde kommen dabei mit einer Geschwindigkeit von ca. 2.000 km/h aus einer Düse.
Den harten, äußeren Zahnschmelz können diese Aluminiumpartikel gut beseitigen, in der weicheren Zahnsubstanz dahinter bleiben sie jedoch häufig stecken. Außerdem lässt sich der Pulverstrahl fast nur senkrecht von oben einsetzten, d.h. der Zahnarzt kann damit nur die Kauflächen bearbeiten. Ein weiterer Nachteil ist die hohe Staubentwicklung. Daher wird die Mundhöhle des Patienten vor der Behandlung mit einer Gummimatte ausgekleidet, die nur den betroffenen Zahn frei lässt.
Carisolv-Gel
Dies Methode ist sowohl im praktischen Einsatz als auch wissenschaftlich am besten untersucht. Das Carisolv-Gel bewirkt eine chemische Reaktion. Dadurch wird die Zahnsubstanz mit Karies abgebaut. Gesunde Zellen greift das Gel nicht an, es ist auch nicht schädlich. Zwei flüssige Chemikalien müssen vor der Anwendung gemischt werden. Ihre Hauptbestandteile sind Aminosäuren und Natriumhypochlorit. Der Zahnarzt kann anhand eines Farbwechsels des Gels erkennen, wann das betroffene Zahngewebe abgebaut ist. Dann entfernt er mit einem kleinen Schaber die Masse aus dem Zahn. Karies auf diese Weise zu beseitigen dauert etwa doppelt so lange wie eine Behandlung mit dem Bohrer. Das Gel wirkt völlig schmerzfrei. Karies dringt häufig tief in den Zahn ein, daher muss der Bohrer die Stellen erst freilegen, bevor das Gel aufgetragen werden kann.
Ozon-Therapie
Die großen Vorteile des Ozons: es ist völlig schmerzfrei und tötet nur die Kariesbakterien und ihre Säuren ab. Die gesamte Zahnsubstanz bleibt erhalten und kann teilweise durch Mineralien wieder gehärtet werden. Der Erfolg ist davon abhängig, wie gut das Ozon an die kariösen Stellen herankommt, es braucht direkten Kontakt. Wenn Karies tiefer in den Zahn eingedrungen ist, muss der Zahnarzt die Stelle mit dem Bohrer erst freilegen. Hier liegt auch der Schwachpunkt der Ozon-Therapie: gegen Kariesbakterien, die schon sehr weit in den Zahn eingedrungen sind, kann das Ozon nichts mehr ausrichten. Wer rechtzeitig zum Zahnarzt geht, hat aber gute Chancen.
Wie beim Bohrer hat der Zahnarzt einen Handgriff, für den es verschiedene Endstücke oder Aufsätze gibt. Die setzt er an den betroffenen Stellen auf und das Ozon strömt in das Zahngewebe. Rund 30 Sekunden reichen, um die Kariesbakterien und ihre Säuren abzutöten. Die Methode wird seit 2002 angeboten. Es gibt zwei verschiedene Geräte, die Zahnärzte einsetzen können.
Das Ozon hilft auch bei Wurzelbehandlungen und Paradontitis, umfassende wissenschaftliche Untersuchungen dazu stehen noch aus. Auch dabei ist die Zugänglichkeit der betroffenen Stellen entscheidend. Das Ozon tötet nicht nur Bakterien, sondern auch Viren und Pilze, daher setzen einige Zahnärzte es auch gegen Herpes ein.
Ozon
Ozon ist eine Verbindung aus drei Sauerstoffatomen (O3). Sie entsteht, wenn Luft-Sauerstoff (O2) mit Energie, z.B. UV-Strahlung, in Verbindung kommt:
Ein O2 wird gespalten und die einzelnen Atome verbinden sich mit anderen O2 zu O3. Aufgrund seiner hohen Reaktivität ist es eines der stärksten Zellgifte und wirkt tödlich für Bakterien, Viren und Pilze. Die tödliche Wirkung entsteht durch eine Oxidationsreaktion an der Bakterienmembran. Gefährlich für die Bakterien sind die einzelnen Sauerstoffatome, die bei der Entstehung und auch beim Zerfall des O3 freigesetzt werden. Der Vorgang ist vergleichbar mit der Wirkung der Geschosssalven einer Maschinenpistole, die das Ziel in Sekundenbruchteilen zerfetzt. Bei der Ozonbehandlung sind die Geschosse die Sauerstoffatome, die die Zellmembranen der Bakterien durchlöchern.
Ozon ist durch „Ozonalarm“ im Sommer als schädlich bekannt. Bei der Zahnbehandlung sind die Mengen und der Zeitraum so gering, dass die Atemluft bzw. Raumluft des Behandlungszimmers auf keinen Fall belastet wird. Die Medizin setzt Ozon in unterschiedlichen Bereichen heilend ein. (Quelle: Sendung Leonardo, WDR)
Weitere Informationen
www.dgzmk.de
Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Liesegangstr. 17 a 40211 Düsseldorf, Tel. 0211 / 61 01 98 - 0 Fax 0211 / 61 01 98 -11
www.zm-online.de/m5a.htm?/zm/7_04/pages2/zmed1.htm
Ausführlicher Artikel über die Ozon-Therpie der Zeitschrift „Zahnärztliche Mitteilungen“. Die Therapie, Entstehung des Ozons und sein Einsatz in der Medizin werden beschrieben.
www.zahnarzt-angst-forum.de/
Anlaufstelle für Menschen mit Angst vor dem Zahnarzt versteht, das Forum ist unabhängig. Es wurde von Betroffenen gegründet. Auf der Internetseite finden Betroffene Hilfe und Unterstützung, um ihre Angst in der Zukunft vielleicht ablegen zu können.
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