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 Gewitter im Kopf? Oft kann der Zahnarzt helfen!
 Drei Viertel aller Deutschen besitzen leidvolle Erfahrungen mit Kopfweh. Medizinern sind mehr als 175 Kopfschmerz-Varianten bekannt – und jede ist eine Reaktion des Körpers auf Belastungen oder Erkrankungen. Das Finden der Ursachen ist meist schwierig. Ein Besuch beim Zahnarzt kann sich dabei lohnen, denn auch eine Fehlfunktion der Zähne, der Kaumuskulatur oder des Kiefergelenks kann Kopf- und Gesichtsschmerzen auslösen. Professor Dr. Hans-Christoph Lauer berichtete bei der jährlichen Pressekonferenz des Kuratoriums perfekter Zahnersatz in Hamburg von seinen Beobachtungen.
Lauer ging auch auf die Wechselwirkung der Zähne mit Körper und Psyche ein, die manchmal ein regelrechtes Gewitter im Kopf auslösen kann. Am Beispiel eines Patienten, dessen Prothese aufgrund hoher Abnutzung nur noch von der Mundmuskulatur gehalten wurde, erläuterte der Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und des Zentrums der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität das Problem. Dem unter starken Kopfschmerzen leidenden Patienten konnte auf einfache Art geholfen werden: Durch neu angefertigten und optimal eingepassten Zahnersatz. Zahntechnikermeister und Zahnarzt müssen dabei eng kooperieren.
Dem Patienten sei es sofort besser gegangen, so Lauer. Nicht immer sind die Ursachen aber derart offensichtlich. Das hängt mit der sehr hohen Empfindlichkeit der Rezeptoren im Zahnhalteapparat zusammen. Schon geringste Störungen beim Zahnreihenschluss werden wahrgenommen. So können Zähne schon durch eine geringe Änderung ihrer Position, etwa aufgrund einer nicht versorgten Zahnlücke, dieses sensible System stören und unklare Beschwerden verursachen.
Doch nicht jeder Mensch leidet deshalb an Schmerzen. Bedeutung und Auswirkung von Störungen beim Zahnreihenschluss seien individuell sehr verschieden und hingen ganz wesentlich vom psychosomatischen Befinden des einzelnen Patienten ab, erklärte der Zahnmediziner. Es kommt oft auf die Art der Stressbewältigung eines Menschen an. Der Volksmund weiß etwa, dass in schwierigen Situationen „die Zähne zusammengebissen“ werden. Tatsächlich manifestiert sich Stress neben dem Verdauungstrakt und dem Herz-Kreislauf-System ganz wesentlich auch im Kausystem. Da bei Kopf- und Gesichtsschmerz die möglichen Auslöser sehr zahlreich sind, rät Professor Lauer bei der Diagnostik und gegebenenfalls auch bei der Therapie zu einem verstärkten interdisziplinären Ansatz: Beteiligte Fachdisziplinen sind beispielsweise die Radiologie, die Orthopädie und die Physiotherapie, die Rheumatologie, die Neurologie, die Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde und die Augenheilkunde sowie die Psychosomatische Medizin. (Quelle: Kuratorium perfekter Zahnersatz)
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