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 Fissurenversiegelung schützt Kinderzähne vor Karies
 Karies an den Kauflächen der Backenzähne ist bei Kindern laut der Zahnärztlichen Zentralstelle Qualitätssicherung im Institut der Deutschen Zahnärzte (ZZQ) die häufigste Kariesform. Die Kauflächen der Backenzähne sind oft mit feinen Vertiefungen durchzogen, so genannten Fissuren. Bakterien haben besonders leichtes Spiel, sich darin festzusetzen und den Zahn zu zerstören. Das passiert, wenn die Bakterien kohlenhydrathaltige Nahrung – vor allem Zucker – in Säuren umwandeln. Die Folge ist Zahnfäule, denn die Säuren lösen den Zahn dann gerade im Bereich der Fissur schnell auf.
Wenn die ersten Zähne in die Mundhöhle durchbrechen, sind die Fissuren der Kauflächen am stärksten gefährdet. Je tiefer und enger eine Fissur ist, desto schwieriger lässt sie sich reinigen und desto höher ist das Risiko. Bei Kindern werden diese Bereiche selbst bei guter Mundhygiene am schnellsten und stärksten kariös. Dies kann jedoch weitgehend durch eine Fissurenversiegelung verhindert werden. Dabei wird in die Vertiefungen der sauberen und gesunden Kauflächen von gefährdeten Zähnen ein dünnfließender Kunststoff geklebt. Diese dichte Versiegelung verhindert, dass Bakterien und Kohlenhydrate in die Fissur eindringen können: Die Eintrittspforten an den Kauflächen sind verschlossen. Eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien hat gezeigt, dass Kauflächenkaries durch diese vorbeugende Maßnahme deutlich vermindert werden kann.
Auch wenn sich eine Karies im Anfangsstadium befindet, kann eine so genannte erweiterte Fissurenversiegelung sinnvoll sein, vorausgesetzt, die Stelle kann minimalinvasiv entfernt werden und die Karies ist unterhalb des Zahnschmelzes nicht weiter fortgeschritten. Allerdings ist das Füllen dieser kleineren oder auch größeren Defekte aufwändiger, da in der Regel bereits mit einem zusätzlichen Kleber („Dentinbonding“) das Zahnbein (Dentin), die Schicht unter dem Zahnschmelz, zusätzlich versiegelt werden muss.
Zwar ist bei Kindern und Jugendlichen generell ein verbesserter Zahnstatus zu beobachten, jedoch tritt Karies an den Kauflächen vor allem der bleibenden Backenzähne immer noch gehäuft auf. Deshalb ist laut ZZQ besonders bei den bleibenden Backenzähnen eine Fissurenversiegelung zu empfehlen, wenn
• stark zerklüftete Fissuren vorliegen und dadurch ein hohes Kariesrisiko besteht,
• ein hohes allgemeines Kariesrisiko besteht,
• Fissuren bereits eine Karies aufweisen, die noch nicht weiter fortgeschritten, sondern nur auf den Zahnschmelz (die äußerste Schicht des Zahns) begrenzt ist.
Liegt ein hohes Kariesrisiko vor, ist auch die Versiegelung der Kauflächen von Milchbackenzähnen, den vorderen, bleibenden Mahlzähnen oder von Fissuren an Schneide- und Eckzähnen sinnvoll. Die Kosten für eine Fissurenversiegelung der ersten und zweiten bleibenden Backenzähne werden bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Weitere Informationen für Patienten enthält das Faltblatt „Fissurenversiegelung“ der Zahnärztlichen Zentralstelle Qualitätssicherung im Institut der Deutschen Zahnärzte(ZZQ), Postfach 410169, 50861 Köln, Universitätsstraße 73, 50931 Köln. Eine Broschüre zum Thema liegt auch für Behandler bereit. Alle Infos zum Download unter www.zzq-koeln.de .
Mehr zum Thema auch unter www.rundum-zahngesund.de , der Homepage der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e.V., sowie in den Patienteninformationen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) auf www.dgzmk.de . (Quelle: pgk)
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