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 Erste Hilfe im Haushalt Der Landarzt rät zur Auffrischung der Kenntnisse

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Foto: Hansaplast |
Dr. Frank Reese ist Landarzt im rheinischen Uckerath. Hier, kurz vor dem langen Anstieg zum Westerwald, schwört man auf die vortrefflichen Behandlungen des Doktors.
In privaten Haushalten verunglücken jährlich in Deutschland viele Menschen. Gerade hier ist die „Erste Hilfe“ dringend gefragt. Die Ausbildung hierzu haben schließlich die meisten Mitmenschen von uns gemacht, aber der Schritt das Erlernte anzuwenden ist häufig schwierig. Nun bezieht sich die „Erste Hilfe“ ja überwiegend auf Unfallverletzungen. Im Haushalt treten jedoch auch andere Unfallgeschehen wie Vergiftungen, Verätzungen und Verbrennungen auf.
Bei Knochenbrüchen ist natürlich schnellstmöglich der nächste Arzt oder das Krankenhaus aufzusuchen. Ist der Patient dazu nicht mehr selbst in der Lage, sollte man unbedingt einen Krankenwagen rufen. Bei Verbrennungen kann häufig noch der Hausarzt helfen. Aber auch hier ist die schnelle Einschaltung der medizinischen Hilfe geboten. Anders ist es schon bei Verätzungen und Vergiftungen. In diesen Fällen darf keine Zeit verloren werden. Der Notarzt, soll schnellst möglichst gerufen werden. Die früher häufig angewendeten Maßnahmen wie Milch trinken und andere Hausmittel sollten in diesen Fällen unterbleiben. Man weiß inzwischen, dass diese Sachen keine Hilfe sondern eher noch Verschlechterungen des Zustandes mit sich bringen.
Ein ganz anderes Unfallgeschehen passiert bei Zwischenfällen mit elektrischem Strom. Dies kann einen Arztbesuch notwendig machen, hängt aber davon ab, ob der Verletzte Beschwerden hat.
Schnittverletzungen, wie sie im Haushalt häufig vorkommen, können bei leichter Verletzung auch selbst behandelt werden. Das Unterhautgewebe durchdringende Schnittverletzungen bis in die Muskulatur gehören in ärztliche Behandlung. Hier besteht auf Grund der Tiefe der Wunde eine erhöhte Infektionsgefahr. Heutzutage ist eine Versorgung dieser Wunden überall möglich. Schwerwiegendere Verletzungen wird gegebenenfalls der Hausarzt weiterleiten.
Im Sommer kommt es häufig zu Verletzungen mit Gartengeräten wie Rasenmäher, Heckenschere, Axt, Beil und Kettensäge. Kleine Schürfwunden können zu Hause mit Wundsalbe ( z.B. Polividon - Jod) und Pflasterverbänden versorgt werden. Bei größeren Wunden sollte unbedingt der Arzt einen Blick darauf werfen. Es besteht durch die Arbeitsgeräte eine hohe Infektionsgefahr. Insbesondere Sägeverletzungen und Rasenmäher-Verletzungen sind durch hohe Gewebezerreißungen charakterisiert. Dies ist zu Hause nicht mehr behandelbar. Hier bedarf es fachlicher Kompetenz.
Eines bleibt allen Helfenden gleich: Trotz eine möglichen „mulmigen Gefühls“ hingehen und den Betroffenen ansprechen, lagern und qualifizierte Hilfe holen. Bei Unfällen mit elektrischem Strom diesen zuerst abschalten. Eine Gefährdung des Helfenden soll in jedem Fall vermieden werden. Übrigens ist eine gelegentliche Auffrischung der Kenntnisse in „Erste Hilfe“ eine richtig gute Sache.
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